"my wörtersack"

 "MY WÖRTERSACK" -  BUCHPUBLIKATION


Der Gedichtband "my wörtersack" von Hans Jürg Zingg ist 2014 im Verlag ProLyrica erschienen.


Mittlerweile figuriert der "wörtersack" in einzelnen Buchhandlungen an prominenter Stelle, z.B. im Thalia Bern (Loeb):




 

Hei das isch Musig

 

Mit seinem „Wörtersack“ bietet Hans Jürg Zingg uns eine Wundertüte, aus der wir immer wieder neue Überraschungen herausfischen können. Wie wir damit umgehen, lässt er uns selbst entscheiden. Lassen wir den „Wörtersack“ vor allem unseren Hörsinn ansprechen und erleben ihn als Dudelsack, als selbtklingendes vielstimmiges Musikinstrument? Oder folgen wir seiner Einladung zum Experiment der Zersetzung und Neumischung von Wörtern? Oder hören wir auf die Wörter aus früheren Zeiten, die uns bekannt vorkommen, obwohl wir sie längst vergessen oder nie richtig zur Kenntnis genommen haben? Oder entdecken wir in dem Sack die „objets trouvés“, wie schon Marcel Duchamp sie aus ihrem Gebrauchszusammenhang herausgelöst und einer neuen Wahrnehmung zugänglich gemacht hat? Und wenn uns diese vielen Möglichkeiten überfordern? Dann können wir den „Wörtersack“ einfach als poetische Autobiografie des Autors lesen, die uns dazu anregt, unsere eigenen Erinnerungen in Wörtern zum Klingen zu bringen.

Daniel Rothenbühler, Lektor

 

 

Hier geht's zum NACHWORT von Daniel Rothenbühler.

  

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wörter

 

sy widerschpänschtigi vycher

wörter drässiere isch

gschick u glückssach i eim

 

my wörtersack

het platz für

ne ganzi menaschrie

das quiitscht u chrääjt u rööret

das summset rumplet gramüselet

joulet u maunzet dadrinn

da schticht

doch jede dr gwunder

 

pas aber uuf

bim uftue

di vycher sy läbig

u schnäu wi tüüfu

si hei e kes schämdi

si gö under d hut

penetriere dys hirni

verletze dy intymsphäre

da nützt aus ghirnwösche nüüt

u yschpere chasch se nümm

 

lue ne zue u laa se la mache

di gglöön

u we d öppen einisch ab ne chönntsch lache

wärs schöön

  

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"my wörtersack": DER ANFANG

Am 7. Mai 2011 begann ich, einer Eingebung folgend, mit dem Schreiben von berndeutschen Gedichten, in deren Mittelpunkt unser Wortschatz steht. Mit einer Liste von Verben begann es, daraus wurden Gedichte verschiedenen Typs, z.B. dieses:

 

ggäggele (1)

 

was tuesch wider ggäggele

ungloublech

mach äntlech vorwärts

mir sy hie nid ir ggäggelischueu

 

ungloublech wi dää

a syne sache cha ggäggele

u tänggele u nöggele

u zeichnerle u chnättele

u pinsele u schpächtele

u schtüpfele u schäberle

u schtichele u chrätzerle

 

ungloublech dä yfer

ungloublech di geduud

dasch hööchi kunscht

ungloublech

 

Inzwischen ist die Gedichtsammlung auf ca. 100 Titel angewachsen. Gedichte schreiben wurde für mich zu einem abwechslungsreichen und schönen "ggäggele" mit der Sprache am Computer. Die Sammlung trägt den Titel "my wörtersack". Die Publikation erfolgte im November2014 (vgl. oben). Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Burgdorf, die Burgergemeinde Bern sowie die Stadt und den Kanton Bern.